Geschichte
Gran Canarias:
Vor
ca. 20 Mio. Jahren wurden die Kanaren durch Vulkanaktivitäten
im Atlantik geformt. Es entstand eine sehr unterschiedliche
Vegetation auf der Insel, geprägt von den Gebirgen und
dessen Schluchten die vom Inland bis an die Küsten reichten
und in deren Tälern sehr fruchtbare Gebiete entstanden.
Gran Canaria war seit 3000 v. Chr. von den Guanchen bevölkert,
an schätzt die Zahl der Ureinwohner auf 20-30.000. Sie
waren groß und kräftig gebaut mit blauen Augen
und langen blonden Haaren. Das Wort Guanchen kommt von guan
für "Mann" und che oder achinch für "weißer
Berg", wobei sie sich auf den schneebedeckten Vulkan
Teide bezogen.
Sie
lebten in Stämmen unter einem König den man
guanarteme nannte.
Guanchen betrieben Viehzucht und Ackerbau. In ihrer
bäuerlichen Kultur züchteten sie Ziegen, Schafe
und Schweine. Angebaut wurden Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte.
Da sich für den Ackerbau keine planen Flächen
boten, legten sie riesige Terrassentreppen an, die mit
Bewässerungsgräben durchzogen waren. Ob sie
in den Höhlen lebten oder sie nur für die
Lagerung Ihrer Vorräte nutzten ist bis heute noch
nicht geklärt. |
Guanchenhöhlen |
Im
15. Jahrhundert eroberten die Spanier Gran Canaria. Ein Teil
der Guanchen wurde umgebracht, die anderen wurden versklavt
oder verschleppt oder zum Christentum bekehrt. Fernández
de Lugo wurde nach der Bezwingung der Eingeborenen, die im
Jahre 1483 durch
Pedro de Vera endgültig abgeschlossen war, zum Verwalter
von Agaete und Gouverneur dieser Gegend benannt. Von nun an
begann die Krone Kastiliens Gran Canaria in ihr gesamtes politisches,
soziales und wirtschaftliches Netz einzuspannen.
Spanische
Galleone |
Die
strategisch günstige Lage Gran Canarias verwandelte
sie in eine Zwischenstation für alle Schiffe, die
sich auf dem Weg nach Amerika befanden. Es fand eine
beachtliche Bevölkerungszunahme statt, da mit der
Zeit immer mehr spanische, portugiesische und englische
Siedler nach Gran Canaria gelangten. Auch Columbus steuerte
Gran Canaria bei seiner Überquerung des Atlantiks
an. |
Im
Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde Gran Canaria immer
wieder von Piraten angegriffen, aber die Insulaner leisteten
immer großen Widerstand und es gelang den Piraten nie
die Insel unter Kontrolle zu bekommen.
Auf
Gran Canaria wurden diverse Produkte angebaut, angefangen
mit Zuckerrohr im 16 Jahrhundert, dann Wein im 17. Jahrhundert
der u.a. nach England und Amerika exportiert wurde.
Im 19.Jahrhundert wurden neue wirtschaftliche Modelle
erarbeitet und 1852 wurde Gran Canaria zur Freihandelszone
erklärt. Es wurden von nun an auch Bananen und
Tomaten angebaut und die Insel wurde zu einem wichtigen
Knotenpunkt für den internationalen Handel. |
Bananenplantage
auf Gran Canaria |
Der
starke Schiffsverkehr war übrigens der Auslöser
dafür, dass auf Gran Canaria touristische Aktivitäten
entwickelt wurden, die sich im Laufe der Zeit zur Haupteinnahmequelle
der Insel herauskristallisieren sollten und sie als eines
der Haupturlaubsziele weltweit bekannt machen würden.
Ab der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde Gran
Canaria unter den Europäern als Erholungszentrum für
Touristen und Kranke beliebt.
Nach dem 1.Weltkrieg und der daraus folgenden wirtschaftlichen
Krise begann der neue Wirtschaftszweig des Tourismus durch
die Anreise von Kreuzfahrtschiffen zu florieren.
Die nächste große Touristenwelle fing ende der
50er Jahre an, als 1957 das erste Flugzeug mit 54 Touristen
an Bord in Gando landete.
1960 beschloss der Großgrundbesitzer Conde de la Vega
Grande, zu dessen Landgut La Elvira große Teile des
Inselsüdens gehörten, von dem wachsenden Massentourismus
zu profitieren. Zu jener Zeit war der Süden von Gran
Canaria ein karger, halbwüstenhafter und nur spärlich
besiedelter Landstrich, in den sich von Las Palmas aus kaum
jemand verirrte. Aufgrund des Maspalomas Costa Canaria genannten
Bebauungsplans begannen jedoch im Oktober 1962 die Bauarbeiten,
welche die gesamte Gegend für immer verändern sollten.
Zunächst drei weit überwiegend für Ferienanlagen
vorgesehene Orte namens Playa del Inglés, etwas weiter
östlich davon San Agustín sowie Maspalomas weiter
südwestlich am alten Leuchtturm.
Playa
del Ingles heute |
Heute
ist Playa del Inglés mit 17.158 Einwohner (Stand:
2002) der größte Ortsteil der Großgemeinde
San Bartolomé de Tirajana an der Südküste
Gran Canarias.
Mittlerweile hat Gran Canaria ca. 815.000 Einwohner,
von denen etwa 378.000 in der Hauptstadt Las Palmas
wohnen.
Der Name Gran Canaria kommt nicht wie viele denken von
den Kanarienvögeln, sondern von den vielen Hunden,
die früher auf der Insel gelebt haben. Das Wort
"Cane" kommt nämlich aus dem Lateinischen
und bedeutet "Hund". |
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